Ethikunterricht - Landesregierung genehmigt Rahmenrichtlinie

16.04.2024, 22:00

Mit der Genehmigung der Rahmenrichtlinie und den darin enthaltenen Bildungszielen für die unterschiedlichen Schulstufen wird der nächste Schritt zur Einführung des Ethikunterrichts gesetzt

Ethikunterricht - Landesregierung genehmigt Rahmenrichtlinie; Foto LPA/Oskar Verant
Ethikunterricht - Landesregierung genehmigt Rahmenrichtlinie; Foto LPA/Oskar Verant

In den deutschsprachigen und den ladinischen Schulen des Landes kann im nächsten Bildungsjahr 2024/25 schrittweise der Ethikunterricht eingeführt werden. Dieser ist ein verpflichtendes, alternatives Bildungsangebot für jene Schülerinnen und Schüler, die vom katholischen Religionsunterricht abgemeldet wurden. Mitte März hatte die Landesregierung bereits die entsprechende Durchführungsverordnung genehmigt heute (16. April) erfolgte, auf Vorschlag der beiden Landesräte Philipp Achammer und Daniel Alfreider, die Genehmigung der Rahmenrichtlinien für die deutschsprachigen und für die ladinischen Schulen.


Festgelegt werden darin vor allem die kompetenzorientierten Bildungsziele der jeweiligen Schulstufen. In Grund-, Mittel- und Oberschulen sowie in der Berufsbildung geht es darum Kompetenzen in den Bereichen „Menschsein: sich selbst begegnen“, „Zusammenleben: mit anderen leben“, „Mensch, Natur und Technik: der Welt begegnen“ sowie „Kultur und Religion: dem Leben begegnen“ zu erwerben. Als Grundlagenwissenschaft dient dabei die Philosophie, wichtige Impulse werden jedoch auch aus anderen Wissenschaften, die das menschliche Handeln erforschen, bezogen. „Mit der schrittweisen Einführung des Ethikunterrichts in Südtirols Schulen schaffen wir ein wichtiges, im Staatgebiet einzigartiges Angebot der Wertevermittlung, das dazu beitragen soll, die Schülerinnen und Schüler als aktive Mitglieder unserer Gesellschaft zu fördern“, betont Landesrat Philipp Achammer. Auch Landesrat Daniel Alfreider begrüßt die Einführung und Umsetzung des Ethikunterrichts in den ladinischen Schulen: „Unsere Welt ist eine schnelllebige und vielfältige. Die Auseinandersetzung damit, wie wir gut miteinander leben können, wie wir Mensch und Natur wertschätzen können, wie man anderen und sich selbst begegnet ist sinnvoll und trägt dazu bei. „Die Einführung des Ethikunterrichts ist willkommen zu heißen, weil allen Schüler*innen die Möglichkeit geboten werden soll mit ethischen Grundsätzen und Werten in Berührung zu kommen“, betont auch die ladinischen Bildungsdirektorin Edith Ploner. 


Der Ethikunterricht soll ab kommendem Schuljahr 2024/25 schrittweise eingeführt werden. Begonnen wird im Herbst mit mehreren Pilotschulen. Vorgesehen ist, dass Grundschulen, Mittelschulen und Oberschulen sowie berufsbildende Schulen das alternative Bildungsangebot "Ethik" grundsätzlich im selben Ausmaß beziehungsweise in der gleichen Stundenzahl wie den katholischen Religionsunterricht aktivieren. Wer sich für den Ethikunterricht entscheidet, tut dies grundsätzlich für die gesamte Schulstufe, es sei denn, der Schüler oder die Schülerin entscheidet sich bis zum 30. Juni eines jeden Schuljahres, im folgenden Bildungsjahr dem katholischen Religionsunterricht zu folgen.


Der Unterricht kann im Sinne der am 19. März genehmigten Durchführungsverordnung von Lehrpersonen aller Fächer erteilt werden, die eine Eignung zum Unterricht an Schulen staatlicher Art, einen Abschluss eines spezifischen Ausbildungslehrgangs beziehungsweise eines Universitätsstudienlehrgangs oder eines Masters in Ethik aufweisen. Über die Organisation und Durchführung des Ethikunterrichts entscheiden die einzelnen Schulen. Für die Organisation des Ethikunterrichts ist die Anzahl der Schüler*innen ausschlaggebend. Wenn der Unterricht in Form von Projekttagen angeboten wird, müssen mindestens 25 Stunden pro Schuljahr gewährleistet sein. 

(CK)