Vielfalt der Stimmen und Perspektiven ladinischer Frauen
Von ladinischen Frauen geprägte Kultur im Mittelpunkt der Veranstaltung "Ëiles & Stëiles – Frauen & Sterne" zum Tag der Frau am 8. März
WOLKENSTEIN (LPA). Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März widmete das Tublà da Nives einen besonderen Abend der von ladinischen Frauen geprägten Kultur. Unter dem Titel "Ëiles & Stëiles – Frauen & Sterne" standen Kunst, Literatur, Musik und Performance im Mittelpunkt, gestaltet von ladinischen Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen und kulturellen Bereichen. Das Interesse war außergewöhnlich groß: Die Karten waren bereits mehrere Tage vor der Veranstaltung vollständig vergeben. Die große Resonanz zeigte deutlich das starke Interesse für Themen rund um Frauen, Kultur und gesellschaftliche Gleichstellung im ladinischen Raum. Zugleich bot der Abend ladinischen Frauen aus Kunst, Literatur, Musik und Performance eine besondere Bühne, auf der ihre Stimmen und Perspektiven sichtbar wurden. Die Journalistin und künstlerische Leiterin des Tublà da Nives Martina Rier, die gemeinsam mit Sofia Stuflesser und André Comploi von der ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion für das Programm des Abends verantwortlich zeichnete, führte durch den Abend.
Ein zentraler Programmpunkt war der Runde Tisch mit Frauen aus verschiedenen gesellschaftlichen Tätigkeitsbereichen und unterschiedlichen Generationen: Hannelore Insam, Mitglied des Landesbeirates für Chancengleichheit für Frauen, die Direktorin des Ladinischen Kulturinstituts Micurà de Rü Irene Prinoth, die Rai Ladinia-Journalistin Jasmin Ferdigg sowie die ehemalige Sportlerin und Unternehmerin Lotte Nogler. In der von Marina Rier geleiteten Diskussion wurden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen für Frauen thematisiert. Zwar wurden wichtige Fortschritte der letzten Jahrzehnte anerkannt, gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass der Weg zu echter Chancengerechtigkeit zwischen Männern und Frauen noch lang ist. Angesprochen wurden die weiterhin schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf, unterschiedliche Karrierechancen sowie das Fortbestehen patriarchaler Denkmuster.
"Ëiles & Stëiles" ist eine Initiative der Lia culturala Tublà da Nives in Zusammenarbeit mit der ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion des Landes Südtirol.
Zusatzinformationen
Ëiles & Stëiles: das Programm
Das abwechslungsreiche Abendprogramm "Ëiles & Stëiles" spiegelte die Vielfalt weiblichen Kulturschaffens wider: Musikalische Beiträge gestaltete das Vokalquartett Tel Tipes mit spritzigen, aber auch kritisch-ironischen Einlagen. Literarische Impulse setzte die Dichterin Cristina De Grandi mit tiefgründigen Gedichten. Die Künstlerin Helene Demetz präsentierte ihre Skulpturen und gab Einblicke in ihre Arbeit und die dahinterstehenden künstlerischen Prozesse. Anna Anvidalfarei war mit einer Videoinstallation vertreten. Einen besonders eindrücklichen Moment gestaltete Irene Moroder mit ihrem Poetry-Slam-Beitrag über die Herausforderungen, denen Frauen heute begegnen.
Die Redakteurinnen der Frauenzeitschrift "Gana" Ingrid Runggaldier und Anna Mazzel gaben eine Vorschau auf die nächste Ausgabe, die im Frühjahr erscheinen wird, und hielten zugleich ein leidenschaftliches Plädoyer: Frauen sollten mehr "Gana" sein – in Anlehnung an die ladinische Sagengestalt, die für Unabhängigkeit, Mut und Freiheit steht.
Der Abend klang mit Gesprächen und mit Musik der in Berlin lebenden DJane Elena Pitscheider aus.
LPA red/mac



