Sprachen und Identitäten
Sprache und Identität sind wesentliche Bestandteile unserer vielfältigen Gesellschaft. Die mehrsprachigen Kindergärten und Schulen der ladinischen Minderheit legen besonderen Wert auf den Erwerb und sicheren Gebrauch der drei Amtssprachen Ladinisch, Deutsch und Italienisch. Darüber hinaus wird Mehrsprachigkeit als Chance und Schlüssel zur interkulturellen Verständigung in unserer globalisierten Welt angesehen. Alle Beteiligten unserer Bildungsgemeinschaft setzen sich für einen offenen und wertschätzenden Umgang mit anderen Sprachen und Kulturen ein und integrieren diese in ihre Bildungsarbeit.
Die Vermittlung der ladinischen Sprache, Geschichte und Kultur ist eine zentrale Aufgabe der ladinischen Kindergärten und Schulen. Sie ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen, ihre kulturelle und sprachliche Identität zu festigen und ein Bewusstsein für sprachliche Minderheiten zu entwickeln. Kinder und Jugendliche für den Wert von Vielfalt und den Erhalt von Minderheitensprachen zu sensibilisieren, bildet eine wichtige Grundlage für eine offene, respektvolle und demokratische Gesellschaft.
Anregungen für die Umsetzung
- Einbeziehung ladinischer Traditionen und Bräuche in den Schulalltag
- Einsatz von Unterrichtsmaterialien in ladinischer Sprache auch im Fachunterricht
- Gestaltung von Projekten und Aktivitäten, die Sektoren wie das Handwerk, die Kunst, den Sport, den Tourismus usw. umfassen
- Zusammenarbeit mit Personen und Persönlichkeiten aus dem Umfeld
- Nutzung von außerschulischen Lernorten in der Umgebung
- Teilnahme an einem nationalen Netzwerk zur Förderung der Minderheitensprachen
- Stärkung des Austausches und der Zusammenarbeit auf regionaler und überregionaler Ebene
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Mehrsprachigkeit ist ein wertvolles Gut, das in unserer globalisierten Welt Türen öffnet. Zudem erweitern das Beherrschen mehrerer Sprachen und das Sprachenmanagement unsere kommunikativen Fähigkeiten und stärken unsere interkulturelle Kompetenz. Dabei geht es nicht nur um das Beherrschen mehrerer Sprachen, sondern um das dynamische Zusammenspiel und die bewusste Anwendung der verschiedenen sprachlichen und kulturellen Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen. Neben den institutionalisierten Sprachen werden an unseren Bildungseinrichtungen die individuellen Sprachbiographien aller Beteiligten berücksichtigt, wertgeschätzt und in den Alltag integriert. Eine sprachsensible Haltung hilft uns, den Bedürfnissen unserer Gesellschaft gerecht zu werden.
Das Konzept der Sprachbewusstmachung – Éveil aux langues – fördert das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen für die sprachliche Vielfalt und sensibilisiert sie für die unterschiedlichen Strukturen und Ausdrucksweisen in verschiedenen Sprachen. Dies stärkt nicht nur das Verständnis für die eigene Sprache, sondern auch für die Kulturen und Identitäten, die mit anderen Sprachen verbunden sind.
Anregungen für die Umsetzung
- Umsetzung der integrierten Sprachendidaktik: Förderung der Sprachbewusstheit durch Sprachbeobachtung, Reflexion und sprachlichen Vergleich
- Einführung mehrsprachendidaktischer Ansätze: Interkomprehension, Translanguaging, CLIL
- Vermittlung von Strategien der Mehrsprachigkeitsdidaktik: Code Mixing und Code Switching
- Durchführung von Rollenspielen zur Übung realer Kommunikationssituationen
- Einsatz mehrsprachiger Unterrichtsmaterialien
- Nutzung digitaler Ressourcen und geeigneter Software
- Gestaltung eines sprachsensiblen Unterrichts
- Berücksichtigung individueller Sprachbiographien z. B. durch Erstellung von Sprachenporträts
- Förderung von Austauschprogrammen und Umsetzung gemeinschaftlicher Projekte (z. B. eTwinning, Sprachaufenthalte, Exkursionen)
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Die Wertschätzung von Vielfalt zeigt sich in der Anerkennung und im Respekt vor der kulturellen, sprachlichen, religiösen, sozialen und individuellen Diversität von Kindern und Jugendlichen und allen Mitgliedern der Bildungsgemeinschaft. Wir respektieren und wertschätzen die Einzigartigkeit unserer Lernenden und fördern ein Klima der Offenheit und Toleranz. Eine wertschätzende Haltung ermöglicht es den Heranwachsenden, in verschiedenen Kontexten erfolgreich zu kommunizieren, kritisches Denken und Anpassungsfähigkeit zu entwickeln sowie größere Chancen auf internationale Studien-, Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu erhalten.
Anregungen für die Umsetzung
- Durchführung von Projekten und Programmen, die den interkulturellen und sozialen Austausch fördern und das Verständnis für Vielfalt stärken
- Bereitstellung differenzierter Lernangebote, die auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen
- Einbeziehung der Lebenssituationen der Kinder und Jugendlichen, um soziale Kompetenzen zu stärken
- Einbindung der Familien bei der Gestaltung von Projekten zum Thema Vielfalt
- Förderung von Gruppenarbeiten an Projekten, die soziale Interaktion und Teamarbeit fördern
- Organisation von Kulturreisen in andere Regionen und Länder
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